Von der Bohne in die Tasse

Kleiner Abriss über die Geschichte des Kaffees

Kaffee hat den Weg von seinem Ursprung im Südwesten Äthiopiens über Arabien Mitte des 17. Jahrhunderts nach Europa gefunden. Das erste Kaffeehaus auf unserem Kontinent wurde 1645 auf dem Markusplatz in Venedig eröffnet. Papst Clemens VIII. hat den „heidnischen Teufelstrank“ gekostet und ihm seinen Segen erteilt. In Deutschland zählte Bremen 1673 zu den Vorreitern und war den Hamburgern mit der Eröffnung des ersten Kaffeehauses um vier Jahre voraus, Berlin folgte erst knapp 50 Jahre danach. Die Holländer sorgten in ihren Kolonien für eine Weiterverbreitung der Pflanzen nach Ceylon und Java sowie später nach Surinam. Franzosen und Portugiesen trugen das Ihre dazu bei und verschifften die sensiblen Pflanzen auch nach Lateinamerika, sodass mit steigendem Angebot die gute Tasse Kaffee auch in breitere Gesellschaftsschichten vordrang. Allerdings war Kaffee immer ein besonderes, weil teures Genussmittel. Und noch immer ist Kaffee das Lieblingsgetränk der Deutschen, rund 150 Liter oder 1.000 Tassen genießt jeder im Durchschnitt pro Jahr.

Botanische Gattung Coffea

Die Kaffeepflanze, botanisch Coffea, glänzt mit ihren sattgrünen Blättern und feinen, weißen Blüten am bis zu vier Meter hohen Strauch. Nach Befruchtung bilden sich nach sechs bis neun Monaten rote Kaffeekirschen aus. In jeder Kirsche stecken zwei Samen – die Kaffeebohnen. Damit die Pflanzen gut gedeihen, benötigen sie ein ausgeglichenes Klima, mit nicht zu hohen Temperaturen aber auch ohne Frost. Der Wasserbedarf ist groß, gegen zu große Hitze werden in naturnahen Plantagen Schattenbäume gepflanzt. Das Kaffee-Wohlfühl-Klima befindet sich in Höhe des Äquators, wo auch die Hauptexporteure zu finden sind: Brasilien und Vietnam sind Spitzenreiter, aber nur in puncto Quantität. Qualitativ hochwertige Kaffees findet man in diesen Ländern nicht, aus denen Deutschland über 50 Prozent der Kaffeemengen importiert.

Zwei Hauptsorten: Arabica und Robusta

Weltweit werden zu 99 Prozent zwei Sorten der Coffea angebaut: der edle Arabica mit seinem feinen Aroma und einem relativ niedrigen Koffeingehalt (im Schnitt 1,4 Prozent) macht 60 Prozent der Ernten aus. Er gedeiht am besten in höheren Lagen zwischen 1.200 und 1.800 Metern über dem Meeresspiegel. Der würzigere Robusta, der einen Mengenanteil von etwa 36 Prozent erreicht, wächst zwischen 300 und 800 Metern über dem Meeresspiegel, reift schneller und kann somit günstiger vertrieben werden. Sein Koffeingehalt liegt bei 2,0 bis 4,5 Prozent. Bei beiden Kaffeesorten gibt es Qualitätsunterschiede: Arabicabohnen müssen nicht und  Robustasorten können sehr wohl auch hervorragende gebrühte Kaffees ergeben. Zwei unserer fünf  Lloyd Espressi werden aus einer Mischung von Arabica und Robusta-Sorten komponiert, damit der kurz Gebrühte kräftig und vollmundig schmeckt.

Qualität durch Handernte

Der Rohkaffee für die Lloyd Kaffeespezialitäten kommt aus kleinflächigen, traditionellen  Familienplantagen, in denen die Arbeiterinnen und Arbeiter nur die reifen Kaffeekirschen ernten, was sich in der Qualität des Kaffees bemerkbar macht. Die Ernte dauert bis zu zehn oder 12 Wochen, da sich Kaffeekirschen unterschiedlicher Reifegrade an der Pflanze befinden. Zum Entpulpen nach der Ernte gibt es zwei Methoden: Kaffeekirschen trocknen und danach schälen, oder zuerst Bohnen aus dem Fruchtfleisch lösen, in Wasser fermentieren lassen und danach trocknen. Qualitativ hochwertiger ist die zweite Variante, da diese Bohnen einen milderen Kaffee ergeben.

Mildes Aroma in der Tasse

Unser traditionelles Lloyd-Röstverfahren sorgt für plantagentypisches Aroma und hervorragende Qualität. Bei rund 200 Grad wird der Rohkaffee in kleinen Mengen in etwa 20 Minuten geröstet. In dieser Zeit werden die unwillkommenen Säuren und Reizstoffe abgebaut – das macht unseren Kaffee so mild. Mehr über die Lloyd Röstung und ihre Vorteile erfahren Sie hier. Und wie Sie Ihren Kaffee am besten zubereiten, verraten wir Ihnen hier.

Noch ein Wort zum Preis

Pro Stunde werden im Schnitt 25 Kilogramm Kaffeekirschen geerntet. Für 100 Kilogramm braucht ein Arbeiter demnach vier Stunden. Daraus gewinnt die Plantage nach dem Trocknen zehn Kilogramm rohe Bohnen, die sich beim Rösten durch Wasserentzug auf acht Kilogramm reduzieren. Das bedeutet zwei Kilogramm Röstkaffee pro Arbeitsstunde eines Pflückers „netto“. Wir bezahlen für unseren Rohkaffee von kleinen Familienplantagen einen fairen Preis, der deutlich über den Weltmarktpreisen liegt. Dadurch profitieren die Menschen tatsächlich, bleiben unabhängig und sparen die Kosten für die Zertifizierung und die Lizenzgebühren von Trans-Fair-Organisationen. Das ist für uns die beste Variante des fairen Handels.

Übrigens: Zu den Nettokosten für den Rohkaffee werden bei uns in Deutschland auf jedes Kilo 2,19 Euro Kaffeesteuer geschlagen und anschließend noch die Mehrwertsteuer.

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